Temporäre Fußgängerbrücke

Öffnung der Braunauer Eisenbahnbrücke bis auf Weiteres verschoben!

Ein Projekt der urbanauten in Zusammenarbeit mit der Akademie der Bildenden Künste – Lehrstuhl Raumgestaltung und WTM ENGINEERS München GMBH unter der Schirmherrschaft von Hep Monatzeder.

Idee
die urbanauten planen temporär als Kunstprojekt die alte Braunauer Eisenbahnbrücke als Fußgängerbrücke zu öffnen und so die drei angrenzenden Stadtteile Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, Sendling und Untergiesing-Harlaching miteinander zu verbinden. Die Brücke stellt in diesem Zeitraum eine zusätzliche und an dieser Stelle fehlende Überquerungsmöglichkeit für Fußgänger neben der Wittelsbacherbrücke im Norden und der extrem verkehrsbelasteten Brudermühlbrücke im Süden dar. Es handelt sich bei der Projektfläche um den bereits seit 1958 stillgelegten nördlichen Brückenteil mit Stahlkonstruktion. Dieses markante Industriedenkmal wird von der Deutschen Bahn nicht mehr genutzt und ist von den Gleisen räumlich abgetrennt.

Ziel
Mit diesem Projekt rufen die urbanauten gemeinsam mit Partnern die bereits bestehende Idee einer dauerhaften Nutzung der Braunauer Eisenbahnbrücke als Fußgänger- und Fahrradbrücke wieder ins Gedächtnis der Stadtbewohner. Auch regen sie die Diskussion, die Gegenstand von Bürgeranträgen, Bezirksausschuss- und Stadtratssitzungen ist, über eine mögliche dauerhafte Nutzung weiter an. Zukünftige Fußgänger- und Fahrradbrückenprojekte können durch diese temporäre Öffnung ebenfalls weiter angestoßen werden. Die Möglichkeit, die Isar über die Braunauer Eisenbahnbrücke zu queren, ist dabei ein wichtiger Impuls „Brücken zwischen Stadtbezirken“ zu bauen. Auch greift das Projekt die Idee des Isarbrückenfestes anlässlich der 850-Jahr-Feier Münchens (2008) mit dem Motto „Brücken bauen“ auf.

Technische Umsetzung
Die vorhandene Brückeninfrastruktur wird mit Hilfe des Technischen Hilfswerks (THW) verkehrssicher für eine Woche begehbar gemacht. Auf den Brückenboden wird ein geschlossener Bretterbelag über die Gleise montiert und ein provisorisches Geländer aufgestellt. Der verkehrssichere Zugang zur Brücke wird durch die Sicherung der Zuwege und durch das Aufstellen eines Treppenturms auf der Ostseite gewährt. Laut eines Angebots des THW ist die Umsetzung für eine einwöchige Nutzung machbar. Die Deutsche Bahn hat ihr Interesse an der Umsetzung des Projekts bekräftigt (Letter of Intent).

Städtebauliches Experiment

Während der fünften Architekturwoche A5 vom 22.07. bis 01.08.2010 wird das Projekt „Isarlust – Temporäre Fußgängerbrücke“ umgesetzt und eine neue Fußgängerbrücke über Münchens Isar ins öffentliche Bewusstsein gerufen. Neue Blickwinkel auf die innerstädtische Isar, deren Ufer und das Münchner Stadtbild werden ermöglicht. Drei Stadtviertel werden besser miteinander verbunden und die Bewohner der drei angrenzenden Viertel wachsen zusammen. Mit diesem „städtebaulichen Experiment“ kann der Bedarf und die Akzeptanz der Bevölkerung, gleichzeitig aber auch die technische Machbarkeit der geplanten dauerhaften Fußgängerbrücke getestet werden. Begleitet werden soll das Projekt mit einer Umfrage bei den Besuchern.

Temporäres Architektur- und Kunstprojekt
in Zusammenarbeit mit dem Studiengang Innenarchitektur und Raumgestaltung von Prof. Peter Sapp der
Akademie der Bildenden Künste München untersuchen 25 Studenten im Wintersemseter 2009/2010 zusätzliche Funktionsangebote für die temporäre Fußgängerbrücke und erstellen architektonisch und künstlerische Hauptentwürfe. Bekannt sind die Studenten von Prof. Sapp u.a. auch für das Projekt „Der Dritte Raum“ in der Pinakothek der Moderne. Im Sommersemester 2010 soll dann der beste Entwurf realisiert werden. In einem weiteren ergänzenden Wahlprojekt analysieren weitere Studenten des Studiengangs in zwei Semestern den gesamten innerstädtischen Isarraum und entwickeln punktuell temporäre raumgestalterische Maßnahmen.

Eröffnungsfest
Zur Eröffnung der Brücke gibt es eine Einweihung mit anschließendem Nachbarschaftsfest und Kinderprogramm in der Nähe der Braunauer Eisenbahnbrücke. Angedachte Orte sind entweder links der Isar die Wittelsbacherstraße oder rechts der Isar auf Höhe des Kiosks an der Braunauer Eisenbahnbrücke.

kulturelles, historisches und inhaltliches Rahmenprogramm
Eine Ausstellung über Münchner Brücken, Führungen über die Brücke und in die angrenzenden Stadtviertel in Kooperation mit der MVHS und öffentliche Diskussionen mit Fachleuten des Bau- und Planungsreferats, der Deutschen Bahn, Vereinen der anliegenden Stadtviertel, Stadträten, Architekten und Bezirksausschussmitgliedern begleiten das Kunstprojekt inhaltlich.

Schirmherr und Partner
Schirmherr der Veranstaltung ist Bürgermeister Hep Monatzeder
Partner/ Unterstützer/ Sponsoren: Kulturreferat/ Kunst im Öffentlichen Raum,  Kulturreferat/ Stadtteilkultur,  Referat für Umwelt und Gesundheit/ Agenda 21,  Bezirksausschüss Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, Sendling, Untergiesing-Harlaching, graphisoft München, muenchenarchitektur.com, DB Netz AG,  Technischen Hilfswerk (THW). Medienpartner ist muenchenarchitektur.com

Partnerschaft
Sie wollen Partner werden und sich inhaltlich am Rahmenprogramm beteiligen oder als Sponsor das Projekt finanziell unterstützen? Dann wenden Sie sich an Katharina Lorenzini

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One Response to Temporäre Fußgängerbrücke

  1. Eine Woche lang über die Braunauer Eisenbahnbrücke gehen zu können – das wäre natürlich ein schönes Erlebnis.
    Noch schöner wäre es freilich, wenn die Brücke gleich als richtige Fuß- und Radweg-Brücke hergerichtet würde.
    Eine große Münchner Zeitung wirbt immer mit „Seien sie anspruchsvoll“ – also liebe URBANAUTEN: Seid noch anspruchsvoller!