Debatten

die vermessung des urbanen ist eine Vortrags- und Debattenreihe der urbanauten und zahlreichen Partners. Eingeladen sind Referenten aus Deutschland und der ganzen Welt. Jeweils im Anschluss an einen kurzen Vortrag wird  in einer Debatte zwischen dem Referenten, prominenten Münchner Akteuren und einigen urbanauten der Bezug zu München hergestellt und dem jeweiligen Fragestellung der Reihe nachgegangen. Die Vortrags- und Diskussionsreihe „die vermessung des urbanen“ versteht sich als öffentliche Fortsetzung des langjährigen Debattierclubs der urbanauten mit anderen Mitteln.

die vermessung des urbanen #1
Vortrags- und Diskussionsreihe an jeden Montag im schönen Monat Mai 2009

Zahlreiche „urbane Pioniere“ in München und in vielen anderen europäischen Städten haben sich der temporären Rückeroberung öffentlicher Räume verschrieben. Schlagworte sind: öffentlicher Raum, Intervention, Taktik, Strategie, Aneignung, Informell, Kunst, Temporär, Experiment. In vier Vorträgen an vier Montagen im Mai berichten Vertreter dieser neuen urbanen Praxis aus Berlin, Hamburg, Köln und Wien von sich und ihren temporären, künstlerischen oder architektonischen Interventionen im öffentlichen Raum.

Referenten:




04. Mai 2009 – raumlaborberlin (Berlin)

Am Montag, den 4. Mai, debattierten Stadtdenker aus München und Berlin im gigantischen Ei aus Plaste und Elaste von raumlaborberlin und plastique-fantastique über den öffentlichen Raum, künstlerische Interventionen, temporäre Architekturen, informelle Stadtplanung, Leere und wüstes Gestrüpp.

Die Reihe eröffneten Matthias Rick und Markus Bader vom jungen Berliner Architektur-Kollektiv raumlaborberlin mit einer unterhaltsamen Hommage an „Der Große Preis“. Sie stellten einige ihrer vorbildhaften Projekte – wie die Eichbaumoper in der Peripherie zwischen Mülheim und Essen, von White Spots, einer Choreographie aus  silbernen Autos in Giesing und natürlich dem Küchenmonment – vor und debattierten anschließend mit Stadtbaurätin Dr. Elisabeth Merk, Wolfgang Czisch vom Münchner Forum e.V. und Benjamin David von den urbanauten über Leere in Berlin, Halle und anderswo, die Fülle in München und die Bedeutung initiierte Konflikte.

Nach etwa zweistündigem Wortgelage wurde das Eröffnungsfest mit Musik von Kulturstrand DJ Marco Böhlandt und einem Buffet von Gastronom Hermann Zimmerer eingeläutet.

……………………………………………………………………………………………………………



Montag, 25. Mai 2009 – feld72 (Wien)

Architekt und Künstler Michael Obrist debattierte mit QUIVID-Leiterin Monika Pemler, Designer Michael Wladarsch (84 GHz) und den urbanauten über urbane Strategien, Reprogrammierung öffentlicher Räume und die Kanarischen Inseln

Eingeflogen aus Übersee, den Sand fremder Strände noch in den Schuhen, betreten die Architekturpunks aus Wien, der Stadt des gigantischen „Sand in the City“ und zahlreicher anderer Stadtstände entlang der Donau, das Terrain der hiesigen Strandrebellen.

Auf Einladung der urbanauten berichtet Architekt und Künstler Michael Obrist von der Architekturformation feld72 in einem Vortrag über das Arbeiten an der Schnittstelle von Architektur, angewandtem Urbanismus und Kunst.

Schwerpunkt von feld72 ist das Erforschen urbaner Bedingungen, deren Potentiale entweder unterschätzt oder von Klischees belastet sind. Es geht um die Suche nach Strategien, sprich nach Werkzeugen oder Spielregeln, die es erlauben, mit einem minimalen Eingriff an der neuralgischen Schwelle verschiedener Systeme diese zu verändern.

……………………………………………………………………………………………………………



Montag, 11. Mai 2009 – HAFENSAFARI (Hamburg)

Surfing the City! Vortrag & Debatte mit HAFENSAFARI aus Hamburg
„die vermessung des urbanen“ Teil 2: Öffentlicher Debattierclub im werdenden Kreativ-Quartier mit Kulturreferent Hans-Georg Küppers, HAFENSAFARI und den urbanauten

Im zweiten Teil der beliebten Vorabendserie „die vermessung des urbanen“ berichteten am Montag, 11. Mai 2009, HAFENSAFARI aus Hamburg von abenteuerlichen Episoden in den „Urbanen Steppen“ Hamburgs und ihrem neuen Konzept des „Surfens“ öffentlicher Räume.

Nach einem Jahr Reflektionspause ist die HAFENSAFARI mit einem neuen Konzept der Raumwahrnehmung zurück – der „Surf“ als Aneignungsform urbaner Räume.  Es geht um aktive Bewegung statt starrer (Kunst)Formen im öffentlichen Raum. Intervention als „Flow“.

Diese neue Strategie urbaner Taktiken werden die beiden Künstler Martin Kohler und Rolf Kellner von HAFENSAFARI in Münchens ganz eigenem Ort des Umbruchs – der Schwere Reiter im werdenden Kreativ-Quartier – vorstellen.

Im Anschluss gab es wieder eine Debatte, diesmal mit dem Kulturreferenten Dr. Hans-Georg Küppers, den beiden Künstlern von HAFENSAFARI sowie Ulrike Bührlen und Stefan Zöller von den urbanauten.

……………………………………………………………………………………………………………



Montag, 18. Mai 2009 – Liebe deine Stadt (Köln)

Der dritte Teil der beliebten Vorabendserie „die vermessung des urbanen“ zeigte Merlin Bauer von Liebe deine Stadt aus Köln. Der geborene Grazer blickte in seinem Vortrag auf fünf Jahre auf das Kölner Kunstprojekt „Liebe deine Stadt“ zurück und präsentierte außerdem das Vorgängerprojekt, das unter dem durchaus interessanten Titel „Unter dem Pflaster der Strand – momentane Orte“ 90 Interventionen im öffentlichen Raum realisierte. Fast interessanter noch als der Titel ist, dass zwar jede dieser Interventionen umangemeldet aufschlug, jedoch nur ein einziges Mal auch die Polizei. In seinem Buch wird Merlin Bauer dazu zitiert: „Das Flüchtige ist in Köln das Dauerhafte“ Bravo Köln.

In der anschließenden Debatte diskutierten Merlin Bauer, Michael Ziller (Veranstalter der vierten Architekturwoche A4, BDA) sowie Katharina Lorenzini und Anja Junghans von den urbanauten über das Schöne und das Hässliche in der Stadt, über Strategien des Bewusstmachens von Identität und die weiterziehende Karwane.

Share

Comments are closed.