München wird zur Avantgarde. Die Entscheidung zur Fußgängerzone Sendlinger Straße steht kurz bevor. Sie ist erst der Anfang.

 

Beim Straßen.Mal.Fest am 17. Juni 2017 verwandelten die MünchnerInnen die autofreie Sendlinger Straße in ein großes Kunstwerk. Morgen entscheidet nun der Stadtrat, ob die Sendlinger Straße weiterhin autofrei bleibt. München könnte damit Meilensteine setzen und international zur Avantgarde werden: Stadt der Zukunft, Stadt der Menschlichkeit. (Foto: Stephan Rumpf)

Die Zeichen stehen auf Stopp. Stopp für den Autoverkehr in der Sendlinger Straße. 25 Jahre Einsatz der Münchner Umweltbewegung könnten nun in Kürze von Erfolg gekrönt werden. Denn der Stadtrat will morgen, 11. Oktober 2017, entscheiden, ob der seit einem Jahr währende »Verkehrsversuch Fußgängerzone« in der Sendlinger Straße zur Dauereinrichtung wird. Nach dem Dafürhalten politischer Beobachter wird sich die Große Koalition in München klar für die Fußgängerzone aussprechen. 

Das freut die urbanauten ganz besonders, denn sie fordern seit langem gemeinsam mit Vereinen und Verbänden wie dem Münchner Forum, Greencity e.V., der Kreisgruppe München des Bund Naturschutz und weiteren Initiativen, dass das Erfolgsmodell Münchner Fußgängerzone ausgeweitet wird. Welches Potential in der Sendlinger Straße steckt, haben jüngst zwei Aktionen gezeigt: 

Beim Dîner en Blanc am 8. Juni 2017 feierten mehr als 1.000 Münchnerinnen und Münchner ein großes Festmahl mitten auf der früheren Straßenfläche – ganz in Weiß mit viel Stil, (Schaum-)Weinen und erlesenen Speisen. Ein Kurzfilm zeigt, welch großartiges Ambiente die Sendlinger Straße und ihre historischen Gebäude für das spontan via Facebook kommunizierte Happening abgab. Die urbanauten unterstützen derartige kulturelle Flashmobs und waren natürlich selbst mit von der Partie. Einen schönen Einblick gibt auch die Bilderstrecke auf der Homepage der urbanauten. (Foto:Stephan Rumpf)

Ein ganz anderen, aber nicht minder beeindruckenden Aspekt zeigte das – offiziell angemeldete – Straßen.Mal.Fest am 17. Juni 2017 in der Sendlinger Straße, zu der Green City e.V., Münchner Forum e.V., Bund Naturschutz e.V. (KG München) und die urbanauten sowie eine ganze Reihe weiterer Umweltverbände, Verkehrsinitiativen und Kinder- und Jugendverbände aufgerufen hatten. Unter Anleitung von Künstlern, aber auch ganz spontan, griffen Kinder wie Erwachsene zu den kostenlos verteilten Straßenmalkreiden und verwandelten die Asphaltfläche in ein großes Kunstwerk. Impressionen vom Straßen.Mal.Fest gibt’s hier.

Ein Grandseigneur der Münchner Verkehrsplanung, Karl Klühspies (89), besuchte den Schauplatz und sah seine Vision und Lebensaufgabe in greifbare Nähe gerückt: »Die Stadt wird den Menschen zurückgegeben«, sagte er bei einem Pressegespräch zur Straßenmalaktion.

Dieses Ziel verfolgen auch die urbanauten und der Isarlust e.V. Denn die Sendlinger Straße ist nur ein Mosaikstein in einem Zukunftsgemälde: ein Fußgängerboulevard entlang der Isar statt Autokolonnen, die Fortführung der Fußgängerzone über das Tal bis zum Isartor und der Ludwigsbrücke sind zwei Beispiele. München könnte auf diesem Wege Meilensteine setzen und international zur Avantgarde werden: Stadt der Zukunft, Stadt der Menschlichkeit. Die Sendlinger Straße ist der Anfang.

Unterstützt wurden die MünchnerInnen beim Straßen.Mal.Fest von bekannten Street-Art-Künstlern wie Martin Blumöhr. Schon die Kleinsten malten eifrig mit. (Foto: Stephan Rumpf)

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Posted on by Clara Muth. This entry was posted in Allgemein. Bookmark the permalink.

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