Deutliche Mehrheit des Münchner Stadtrats kritisiert scharf Verfahren, Umsetzung und Ergebnis der Kulturstrandvergabe 2016

Kulturstrand Konzept der urbanauten 2016

Zuvor hatte bereits das Verwaltungsgericht München entscheidende Teile des Verfahrens für „rechtswidrig“ erklärt. Trotzdem sieht sich das KVR weiterhin wohl verpflichtet das von allen Seiten schwer in Frage gestellte Verfahren fortzuführen.

die urbanauten bitten Oberbürgermeister Dieter Reiter in einem „offenen Brief“ von heute dringend per „Ordre de Mufti“ dem KVR nahezulegen das verkorkste Verfahren 2016 zu annullieren oder das KVR zu bitten einen Kompromiss zu suchen um großen Schaden von der Glaubwürdigkeit der Stadt und auch von zwei der wichtigsten Netzwerke von jungen Kulturschaffenden in München um die urbanauten und um Zehra Spindler abzuwenden. Nur so lassen sich, so die urbanauten, weiterer Rechtsstreit und erheblicher Flurschaden in der Münchner Kulturlandschaft abwenden.

Mit dem heutigen massiv kritischen Antrag der vollständigen Stadtratsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen/ rosa liste hat nunmehr eine deutliche Mehrheit des Münchner Stadtrats bzw. deren Vertreter Verfahren, Umsetzung und Ergebnis der Kulturstrandvergabe 2016 scharf kritisiert. Zuvor hatten bereits die FDP- und die CSU-Stadtratsfraktion Verfahren und Ergebnis massiv hinterfragt. Außerdem hatten der Ko-Referent des Kreisverwaltungsreferats und sein Stellvertreter deutlich aufgefordert, dass Verfahren zu überprüfen. Zudem hatte das Verwaltungsgericht München das Verfahren, Umsetzung und Ergebnis insbesondere in den beiden Schlüsselkategorien „Anwohnerschutz“ und „Zuverlässigkeit und Bewährtheit“ für “rechtswidrig“ erklärt, bei denen die urbanauten auf seltsame Art und Weise nicht „gewonnen“ hatten.

Ulrike Bührlen und Benjamin David, die urbanauten: „Im Grunde ist der Schaden für die Stadt, die urbanauten aber auch Zehra Spindler und damit große Teile der jungen Münchner Kulturlandschaft mit diesem verkorksten Verfahren, seiner fehlerhaften Umsetzung und dem von allen Seiten hinterfragten Ergebnis nicht mehr zu heilen. Das KVR sollte davon absehen weiter am Ergebnis herumzudoktern, um dann ein weiteres „Ergebnis“ zu generieren. Egal welches Ergebnis herauskommt, wird der dann jeweils unterlegene Kulturveranstalter – auch auf Grundlage der kritischen Aussagen der Stadtratsmehrheit und des Verwaltungsgerichts – Akteneinsicht verlangen und eine weitere Klage gegen Verfahren, Umsetzung und Ergebnis prüfen müssen. Das ist er seinen KünstlerInnen, PartnerInnen und MitarbeiterInnen schuldig.“


die urbanauten veröffentlichen heute auf Ihrer Homepage www.urbanaut.org Ihr Konzept für den Kulturstrand 2016 und bitten die Öffentlichkeit sich selbst ein Bild zu machen, welches Konzept das Vielversprechendste ist


Die urbanauten gehen zudem heute einen Schritt weiter und veröffentlichen Ihr Konzept für den Kulturstrand 2016. In diesem Konzept führen sie auf 92 Seiten aus, welche Schwerpunkte in Kunst-, Kultur-, Musik-, Kinder-, Familien-, Stadtführungs- und Ausstellungsprogramm sie 2016 legen wollen und zeigen ihre hervorragenden Referenzen im Bereich „Anwohnerschutz“ und „Zuverlässigkeit und Bewährtheit“ auf.

Ulrike Bührlen und Benjamin David, die urbanauten: „Die, eigentlich vertraulichen, Konzepte der verschiedenen Bewerber wurden vom KVR an einen riesigen Personenkreis verschickt. Da spricht auch nichts dagegen unseres zu veröffentlichen. Wir sind sehr zufrieden mit unserem Konzept, dass wir zusammen mit dutzenden Akteuren aus der Münchner Kultur- und Soziallandschaft entwickelt und über die letzten 10 Jahre immer weiter verfeinert haben. Das Konzept braucht keinen neutralen Fremdvergleich oder Verfahren zu scheuen, denn es ist mit großem Abstand um ein vielfaches reichhaltiger, tiefer und qualitativer als alle anderen Konzepte, die eingereicht wurden. Zudem haben wir hervorragende Referenzen gerade in den Bereichen ‚Anwohnerschutz und Zuverlässigkeit und Bewährtheit.'“.

Eigentlich wollten die urbanauten am 12. Mai 2016 den Kulturstrand am Vater-Rhein-Brunnen eröffnen. Ihnen war jedoch erst am 10. Mai 2016 vom KVR eine Absage erteilt worden, obwohl sie dringend um Entscheidung bis spätestens zum 9. Februar 2016 gebeten hatten. 

Quellen:

Offener Brief der urbanauten an den Oberbürgermeister vom 8.6.2016

Pressemitteilung des Verwaltungsgerichts München vom 31.5.2016

Pressemitteilung der FTB-Stadtratsfraktion vom 1.6.2016

Antrag der Stadtratsfraktion Bündnis90/ Die Grünen vom 8.6.2016

Statements u.a. des Sprechers der CSU-Stadtratsfraktion im SZ-Artikel

Konzept der urbanauten für den Kulturstrand 2016

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Posted on by Clara Muth. This entry was posted in Allgemein, die urbanauten, Innerstädtischer Isarraum, Kulturstrand. Bookmark the permalink.

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