Es werde Platz. Die Wiedereröffnung des Westufers der Isar.

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Diesen Samstag, 15.6.2013, 17.00-20.00 Uhr: Öffentliches Eröffnungspicknick und Vernissage (18.30 Uhr) im öffentlichen Raum, auf Straße, Park, Ufer und Abstandsgrün in und um St. Maximilian an der Reichenbachbrücke

Über 100 Jahre ist es her, dass man auf dem Westufer der Isar rund um St. Maximilian so richtig spazieren, flanieren und mit Blick auf den Fluß picknicken konnte. Seit der „Erfindung“ der autogerechten Stadt gehört das Westufer den mobilen Privatkapseln. Und doch: zwischen all dem Verkehr leben Pfarrei und Gemeinde der katholischen Kirche St. Maximilian schon seit Jahren eine offene Kirche am Fluß. Dabei träumt Pfarrer Rainer Schießler schon lange von einem Zebrastreifen zwischen Isarvorstadt, Kirche und Isar.

Den Zebrastreifen wird es jetzt für alle geben.
die urbanauten rufen im Auftrag der Erzdiözese München und Freising und gemeinsam mit der Pfarrei und Gemeinde St. Maximilian für 10 Tage vom 14. – 23.6.2013 einen utopischen, künstlerischen öffentlichen Raum am Ufer in und um St. Maximilian zwischen Isarvorstadt und der Isar aus. „Öffnungszeiten“ heißt der Entwurf von Studierenden der Klassen Prof. Maria Auböck (Ass. Florian Otto) und Prof. Res Ingold (Ass. Alexis Dworsky) an der Akademie der Bildenden Künste, der im Rahmen der ersten Phase von Notre Dame sur l’Isar realisiert wird und der mithilfe der Streifenmaschinen aus der Allianzarena und der Säbener Straße den Kircheninnenraum, das gesamte Ufer, die Straße und das viele Abstandsgrün in einen überdimensionalen Zebrastreifen von der Häuserwand bis direkt an die Isar heran verwandelt, der zum Verweilen, Begegnung, Toleranz, Respekt und auch einem Blick ins Gotteshaus einlädt.

Denn: dank der großartigen Unterstützung der Stadtpolitik und -verwaltung wird es sogar möglich an den beiden Wochenenden die isarparallele Wittelsbacherstraße zwischen St. Maximilian und der Isar für jeweils 48 Stunden als autofreien Fußgängerboulevard für die Menschen zu öffnen, so wie es der Arbeitskreis Isarlust des Münchner Forums und der urbanauten zuletzt schon gemeinsam mit Sabine Nallinger, Josef Schmid, Dieter Reiter und Wolfgang Heubisch gefordert hatte. Der überörtliche Durchgangsverkehr ist eingeladen über den neuen Richard-Strauß-Tunnel bzw. den Mittleren Ring außenrum zu fahren, den wir Münchnerinnen und Münchner ihm für 600 Millionen D-Mark kreuzungsfrei ausgebaut haben (Tipp: geht auch an normalen Tagen schneller und entlastet die Viertelbewohner!). Von der temporären Verkehrsberuhigung rund um die Kirche profitieren so nicht nur die unmittelbaren Anwohner, sondern alle Münchnerinnen und Münchner, die entlang der Isar in der Isarvorstadt und im Lehel wohnen. Und: auch am renaturierten Ostufer der Isar wird der Verkehrslärm nicht mehr stören. Die Anwohnerinnen und Anwohner rund um St. Maximilian können dabei ohne Einschränkung zu allen ihren Häusern auch mit dem PKW fahren (Details zur Zufahrt finden sich hier).

Eröffnungspicknick und Vernissage – Samstag 15.6.2013 von 17.00 – 20.00 Uhr
Am Freitag von 20.00-22.00 Uhr sind erstmal NUR die unmittelbaren Anwohnerinnen und Anwohner des „Platzes ohne Namen“ vor der Kirche und der umliegenden Straßen zur Erstbegehung des frischgestreiften temporären Boulevards geladen. Am Samstag von 17.00 – 20.00 Uhr ist dann ganz München aufgerufen sich sein Plätzchen am Westufer der Isar zwischen Reichenbach- und Wittelsbacherstraße für ein Picknick zu suchen, während die urbanauten und die Studierenden der Kunstakademie noch die letzten Zebrastreifen durch den Raum ziehen. Um 18.30 Uhr findet im Rahmen des Picknicks am Samstag die offizielle Vernissage statt, zu der wir Sie und Euch alle herzlich einladen. Jeder ist herzlich eingeladen sein eigenes Picknick , Picknickdecke, Großfamilie oder Hausgemeinschaft mitzubringen (und seinen Abfall danach mit heimzunehmen!). Wer sich ein bisschen einfacher tun will, kann auch ein Rundumsorglos-Picknick-Paket bei Kirchenvorsteher Stephan Alof unter der E-Mail-Adresse info@dasjosef.de bestellen. Für 29 € gibt es Picknick für Zwei samt einer guten Flasche Weißwein und 2 Gläsern. Abholung zwischen 17.00 – 19.00 Uhr am Haupteingang von St. Maximilian.

Temporäre Bushaltestelle „Notre Dame sur l’Isar“
Die Idee eines temporären Boulevards an der Isar beflügelt auch die Mitarbeiter der MVG. Kurzerhand wird für das Kunstprojekt eine eigene Bushaltestelle „Notre Dame sur l’Isar“ direkt vor St. Max eingerichtet. Der Bus darf nämlich, anders als die Autos, auch an den Wochenenden durch den temporären Boulevard hindurchfahren. Dafür sagen wir vielen, vielen Dank, liebe MVG!

Notre Dame sur l’Isar – Temporäres Kunstprojekt im öffentlichen Raum
Neben der raumgreifenden Zebrastreifen der Installation „Öffnungszeiten“ gibt es im öffentlichen Raum in und um St. Maximilian noch weitere Einzelkunstwerke der Studierenden Maximilian Schmid, Dominikus Seisenberger, Benedikt Huber, Constantin von Canal, Verena Seeger, Sebastian Mayrhofer, Julia Riesenberg, Sabrina Heckel, Ines Aufgebauer, Teresa Hörl, Katharina Deml und Stefanie Misch der Kunstakademie. Begleitet wird die Kunstinstallation zudem von einem öffentlichen Rahmenprogramm mit Vernissage, Performances, Picknicks, Führungen und öffentlichen Diskussionen, Kirchenkonzerten und einem öffentlichen Klavier („Play me, I’m yours!“) am Platz.

Bilder: Maximilian Schmid

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Posted on by Anja Junghans. This entry was posted in Allgemein. Bookmark the permalink.

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