Ein neuer „öffentlicher Zwischenraum“? Was Wikileaks, Stuttgart 21 und München852 gemeinsam haben.

Die urbanauten und die Ev. Akademie Tutzing laden vom 14.-16. Januar 2011 zur Tagung „Die Vermessung des Urbanen 3.0 – Zwischen realen und virtuellen öffentlichen Räumen“ ein. In loser Folge publizieren die urbanauten und weitere Autoren auf diesem Blog im Vorfeld Diskussionsbeiträge zur Thematik:


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Ein neuer „öffentlicher Zwischenraum“? Was Wikileaks, Gorleben und München852 gemeinsam haben.

Der öffentliche Raum der Stadt erlebt gegenwärtig eine Renaissance. E-Mail, SMS, später Blogs, Facebook und Twitter: anders als von Kulturpessimisten prophezeit, haben die neuen Kommunikationsfor(m)en des Internets nicht zu Verfall und Ende öffentlicher Stadträume geführt. Im Gegenteil.

Ließ die industrielle Revolution erst die Stadt mit verdichteter Bebauung, Mobilität und Kommunikation entstehen, setzt die neueste Internet-Revolution à la „Echtzeit, Web 3.0, Smartmobs und Evernet“ darüber eine virtuelle Welt aus sozialen Netzwerken, mobilem Internet und Smartphones und führt möglicherweise zu neuen Freiräumen für urbane
Subsistenz und Existenz. Diese „schöne neue Welt“ scheut die europäische Stadt nicht. Sie fordert sie wie das Netz zum Twittern und erobert die öffentlichen Stadträume zeitweise wie im Sturm.

Smartmobs“ verändern die Welt und die Stadt so tiefgreifend wie einst die Erfindung des Buchdrucks, so die These. Was global z.B. mit der sog. „Twitterrevolution“ im Iran und „Wikileaks“ für Furore sorgte, schlägt sich national in der Flashmob-Bewegung und bei den neuerwachten Gorleben-Protesten oder lokal in unseren Städten wie beim bürgerlichen Widerstand gegen „Stuttgart 21“ oder beim alternativen Münchner Stadtgeburtstag „München851/852 bzw. aktuell Puerto Giesing“ nieder.

Die virtuell erweiterte Stadt muss neu vermessen werden. Das „Internet in der Hosentasche“ wird zum Schlüssel zu einem neuen, bislang kaum entdeckten Raum. Man könnte ihn den „öffentlichen Zwischenraum“ nennen, irgendwo zwischen den – sich zunehmend durchdringenden – realen und virtuellen öffentlichen Räumen. Dieser birgt große Chancen für die Zukunft urbaner Gesellschaften. Vielleicht aber auch Gefahren?

Junge Pioniere, wie Patrick Gruban oder Michaela Melian stellen, anlässlich des 10jährigen Bestehens des urbanauten-Debattierclubs, ihre Projekte im „Wilden Westen“ an der Schnittstelle zwischen Internet und Großstadt vor. Renommierte Stadtsoziologen und Kulturdenker wie Christiane Thalgott, Julian Nida-Rümelin oder auch Florian Rötzer kommentieren. Wir laden Sie herzlich nach Tutzing ein, mit zu debattieren und Blicke in die Zukunft der Stadt zu werfen, gerne auch im Vorfeld auf diesem Blog oder in Facebook bei den Urbanauten München oder bei der virtuellen Veranstaltung.

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Posted on by Benjamin David. This entry was posted in Allgemein. Bookmark the permalink.

One Response to Ein neuer „öffentlicher Zwischenraum“? Was Wikileaks, Stuttgart 21 und München852 gemeinsam haben.

  1. mackenzen says:

    jaaa und die menschen die die smartphones herstellen fuer euch: die nehmt ihr bitte gleich mit in euere urbanen freiraeume! die sind ja sicher auch so frei bei dem supergehalt das sie dafuer bekommen! und die gewinne der globalen riesenfirmen weil ihr euch dauernd die neuesten smartphones kaufen muesst die sind auch gut fuer die urbanen freiraeume weil ueberall wo die dann ihre firmengebaeude fett hinbauen da geht ihr dann hin und gebt ihr denen aber fett ein paar seifenblasen! ey nee sorry ich find das alles och nur ne seifenblase!

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