die urbanauten haben 2001 während ihrer Studienzeit als interdisziplinärer Debattierclub für öffentliche Räume in München begonnen, und bis heute setzt sich das fort in Form von öffentlichen Vortrags- und Debattenreihen, auf einem neumodischen Blog namens www.urbanaut.org oder auf Facebook und Twitter. Im Januar 2011 ist gar eine internationale Tagung mit Vorbildern der urbanauten aus anderen Städten in der Evangelischen Akademie in Tutzing geplant.
Mittlerweile ist aus dem studentischen Debattierclub aber auch ein Projektbüro geworden, das mit konkreten Aktionen Leben, Kommunikation und Begegnung in den öffentlichen Raum bringen will und dabei auch für reichlich Diskussionsstoff und Geduldsproben sorgt: sei es beim Spielart-Festival mit schrägen Theaterhappenings auf dem Altstadtring und vor dem US-Konsulat oder auf dem lange Jahre ungenutzten „Isarbalkon“ an der Corneliusbrücke mit dem Kunst- und Kulturprojekt „Unter dem Pflaster der Strand“, für das übrigens 51,8 Tonnen echter bayerischer Karibik-Sand zum Einsatz kommen.
Aus dem etwas verkopften Projekttitel ist mittlerweile im Volksmund der „Kulturstrand“ der urbanauten geworden, der auf Vorschlag der Stadtverwaltung und mit Zustimmung des Stadtrats auch heuer wieder auf der Corneliusbrücke stattfinden kann – was allerdings nichts daran ändert, dass für künftige Strandprojekte auch nach anderen Standorten zu suchen sein wird, die dringend einer Belebung und Aufwertung bedürfen.
Welch bereichernde Wirkung ein Kulturstrand gerade auch für vernachlässigte Plätze in der Stadt hätte, zeigt das Beispiel Corneliusbrücke ja auf sehr eindrucksvolle Weise: Mit knapp 100.000 friedlichen Besucherinnen und Besuchern pro Jahr entsteht hier einer der attraktivsten Anziehungspunkte der Stadt, mit einem Programmangebot für alle Generationen und alle Geschmäcker, das von Auftritten Münchner Künstler – heuer z. B. mit einem Konzert des „Isarindianers“ und Bluesbarden Willy Michl als besonderem Höhepunkt – bis hin zu den populären Kindernachmittagen reicht. Und auch das gibt es natürlich: einfach nur Ruhe, ganz ohne Musik und Bespielung, nur mit dem herrlichen Ausblick nach Süden bis zur Alpenkulisse.
Gern habe ich für den Kulturstrand der urbanauten die Schirmherrschaft übernommen, wünsche dazu herrliche Sommertage und bitte Sie gemeinsam mit den urbanauten ganz herzlich: Nehmen Sie beim Heimweg Rücksicht auf das Ruhebedürfnis der Viertelbewohner in der Isarvorstadt!